Reisekrankheiten USA - Erste Hilfe

  Zurück  Home

Bei Reisen in die USA muss man bei seiner Gesundheit nicht die großen Probleme erwarten.
Wer in den Sommermonaten in die warme Staaten der USA reist, sollte sich bewusst sein, dass er in ein Reizklima fährt. Vor allem in Nevada und Arizona können in den Monaten Juli und August leicht mal Temperaturen von 40C und mehr erreicht hat. Wer erhebliche gesundheitliche Probleme, insbesondere Herzkreislauf oder Niere (viel trinken), hat, sollte sich so eine Reise gründlich überlegen und unmittelbar mit seinem behandelnden Arzt darüber sprechen. Ich setze auch voraus, dass jeder Reisende für seine Krankheit ausreichend Medikamente für die Reisezeit mitnimmt. Man sollte sich nicht darauf verlassen, dass man Medikamente nachkaufen kann! Auch nicht in den USA!

In den westlichen Staaten der USA muss man sich auch in den Bergen der Rocky Mountains und der Sierra Nevada auf Hochgebirgsklima und tiefe Temperaturen im Winter einstellen.

Allgemeine Empfehlungen

Impfempfehlungen:
Zum Thema Impfungen und Allergien habe ich eine Extraseite unter
Tipps zu notwendigen Impfungen in den USA.

Krankenscheine:
Auslandskrankenscheine der gesetzlichen Krankenkassen sind in den USA (und auch Kanada) fast wertlos, weil sie bei Behandlungen oft nicht akzeptiert werden und selbst wenn, werden von den Kassen nicht mal alle in Anspruch genommenen Leistungen bezahlt. Deshalb ist eine zusätzlich Auslandskrankenversicherung unabdingbar, wenn Sie nicht große finanzielle Risiken eingehen wollen.
Wer eine private Krankenversicherung hat, sollte überprüfen, ob und wie lange es für sein Zielgebiet gilt.
Da ärztliche Leistungen (auch in Krankenhäusern) meist sofort bezahlt werden müssen, sollte eine gutgedeckte Kreditkarte eine Selbstverständlichkeit sein. Haben Sie immer die Telefonnummer Ihrer Auslandskrankenversicherung parat, dass in Notfällen gleich mit den Ärzten geklärt werden kann, wer die Kosten übernimmt, und wie die schnelle Zahlungsabwicklung erfolgt!

Krankenkassetourismus
Da in Amerika oft medizinische Leistungen angeboten, die in Deutschland oft noch nicht zugelassen worden sind, fahren verstärkt Leute zu Behandlungen in die USA. Klären Sie mit Ihren Krankenkassen vorher die Bezahlungen, damit Sie nicht auf hohen Kosten sitzen bleiben. Zusatzauslandskrankenversicherung zahlen z.B. nur für nicht vorhersehbare gesundheitliche Probleme! Also aufpassen.

Gesundheitliche Gefahren

Auch in den USA lauern einige gesundheitliche Gefahren, vor allem in den wärmeren Gebieten, die uns Mitteleuropäern nicht so geläufig sind. Ohne eine Reihenfolge in der Bewertung sind dies:

  • Hepatitis A (Gelbsucht)
    Wird durch "Schmierinfektion übertragen ähnlich Grippe durch direkten Körperkontakt, oder aber auch durch ungewaschenes Obst und nicht richtig zubereitete Meeresfrüchte. Man kann sich dabei leider auch in Top-Hotels anstecken. Deshalb sollte man sich vorher impfen lassen, auch wenn es Kassen nicht bezahlen, wird aber von den Kassen meist bei Kindern bezahlt.
  • Hepatitis B
    Wird nur durch direkten Blutkontakt (oder andere Körperflüssigkeiten) übertragen. Impfung möglich. Wird aber von den Kassen meist bei Kindern bezahlt.



  • Hautverletzungen
    Meine Erfahrungen aus dem Mittelmeer besagen, dass es auch an den Stränden der USA besser ist, im Wasser im Badeschuhe zu tragen. Selbst kleinere Rissverletzungen an Steinen können durch Infektionen des nicht immer sehr sauberen Meerwassers (in unmittelbarer Strandnähe) zum Problem werden. Hilft auch gegen das versehentliches Treten von Seeigeln.
  • Hakenwürmer und Sandflöhe
    Die Badeschuhe bringen noch bessere Hilfe beim Weg vom Meeresufer zurück zur Liege. Rund um das Mittelmeer lauern im Sand der Strände Hakenwürmer und Sandflöhe, die sich in der durch das Meerwasser aufgeweichten Haut schnell verbeißen und in die Haut eindringen können. Während die Sandflöhe "nur unangenehm jucken, können Hakenwürmer üble Mitesser im Darm werden. Wer einige Wochen nach längerem Strandurlaub ständig matt und sich ausgelaugt fühlt, sollte den Arzt über die Möglichkeit des Hakenwurmbefalls informieren.
  • Leishmaniose
    Ein sehr unbeliebtes Urlaubsandenken ist die Leishmaniose (Dehli- oder Orientbeule). Sie wird von Sandmücken auf den Menschen übertragen. Ohne Behandlung führt diese Krankheit in der Regel zum Tode. Da die Sandmücken kleiner als normale Mücken sind und fast geräuschlos fliegen, werden sie nicht so ernst genommen. In der Morgen- und Abenddämmerung auf ausreichenden Mückenschutz achten! Da diese Sandmücken auch in Mexiko vorkommen, sollte man bei Ausflügen dorthin darauf achten. Auch die südlichen Gebiet von Kalifornien oder Texas sind nicht völlig "aus dem Schneider".
  • Quallen und Seeigel
    Quallen habe ich an den amerikanischen Stränden nicht bemerkt, war aber nicht lange genug am Strand. Nesseln auf keinen Fall mit Wasser abreiben, höchstens Alkohol oder Essig drauf tröpfeln. Vorher Salz oder Sand auf die Stelle geben und mit Messerrücken abschaben.
    Bei Seeigeln die Stacheln mit Pinzette entfernen und die Haut anschließend mit etwas Öl geschmeidig halten, damit die Haut nicht erkannte Stücke besser "rausdrücken" kann.
  • Spinnen und Skorpione
    In vielen der USA (insbesondere in Wüseten und Halbwüsten) gibt es eine ganze Reihe von giftigen Spinnen, Skorpionen und Schlangen. Bester Schutz ist das Tragen von festem Schuhwerk. Skorpione und Spinnen lieben dunkle Verstecke. Deshalb Sachen nie direkt auf den Boden leben und vor dem Anziehen gut ausschütteln. Auch nicht mit bloßen Händen in Felsspalten und ähnlichem greifen. Wenn man gebissen wurde, Wunde nicht aussaugen oder ausschneiden, sondern nur desinfizieren, betroffene Gliedmaße ruhig stellen und kühlen und dann sofort ab zu einem Arzt, oder über Notruf holen lassen.
  • Schlangenbisse
    Wichtigster Grundsatz: Durch richtiges Verhalten überhaupt erst Mal Schlangenbisse vermeiden:
    • Einheimische fragen, wo die Schlangengefahr besteht und wie hoch sie ist. Gefahrengebiete eben meiden.
    • Festes Schuhwerk anziehen. Wer gar im Unterholz unterwegs ist sollte sogar hohe Schnürschuhe oder noch besser Stiefel anziehen.
    • Fest auftreten, denn Schlangen flüchten lieber, wenn sie können. Schlangen niemals in die Enge treiben.
    Wenn es dann trotzdem passiert ist, gilt:
    • Oberstes Gebot: Ruhe bewahren. Keine Hektik.
    • Bissopfer in Ruhelage bringen, damit Kreislauf auf Sparflamme läuft. Das trifft erst recht auf den gebissenen Körperteil zu.
    • Wenn vorhanden, möglichst mit Telefon oder Handy Hilfe holen. Wenn nicht vorhanden, dann mit Bissopfer schnell zu einem Arzt. In Risikogebieten sollte man sich über Rettungsmöglichkeiten vorher informieren.
    • Beim Biss in Bein oder Arm gehen die Meinungen hinsichtlich des früher empfohlenen Abbindens auseinander. Es wird zurzeit geraten, nur Arm und Bein absolut ruhig stellen. Wer sich aber zum Abbinden entschließt sollte nur einen Arzt das Abbinden beenden lassen.
    • Vom Ausbrennen und vom Aussaugen der Bisswunde wird eigentlich von allen Experten abgeraten.
Bei den oben genannten Gefahren kann man recht gut vorbeugen, man muss nur die Gefahr ernst nehmen. Es gibt aber auch keinen Grund zur Panik.

Infektionskrankheiten in den USA

Auch in einem hoch zivilisierten und industrialisierten Staat wie den USA kann es bedingt durch bestimmte natürliche und klimatische Besonderheiten zu gefährlichen Infektionskrankheiten kommen, die bei uns in Europa nicht so bekannt sind. Hier finden Sie typische Beispiele.
Infektionskrankheiten in den USA

Durchfallerkrankungen

Ungewohntes Essen (oft mit viel Öl oder zu scharf) oder unhygienische Bedingungen können vor allem in südlichen Reisegebieten schnell zu Durchfall führen. Bedingt durch hohe Temperaturen können sich aber selbst bei scheinbar guten hygienischen Verhältnissen Keime rasend schnell entwickeln. Bei Durchfall kommt es schnell zu starkem Flüssigkeits- und Mineralienverlust (je kleiner die Kinder besteht sogar schnell Lebensgefahr), der zu erheblichen Kreislaufbeschwerden führen kann. Auch in den warmen Gebieten der USA kann es einen erwischen. Auch ungewohnte Gerichte (mexikanisch) können schon mal einen Urlaub auslösen.

  • Deshalb gilt es, ganz schnell verlorene Flüssigkeit und Mineralien zu ersetzen.
  • Bevorzugt wird in letzter Zeit ein spezielles Fruchtsaft-Mixgetränk.
    Mix: 1 Glas reiner Apfel- oder Orangensaft aus der Flasche, ein Liter Mineralwasser aus der Flasche, ein Teelöffel Salz und 10 Teelöffel Zucker gut durchrühren und immer regelmäßig in kleinen Schlücken trinken.
  • Cola und Salzstangen tun es zur Not auch. Wird vor allem von Kindern gern genommen.
  • Bei anhaltendem Durchfall mit Kindern nach einem Tag, bei Erwachsenen spätestens nach 3 Tagen.
  • Nicht unbedingt sofort zu Medikamenten greifen, weil mit dem Stuhl auch viele Keime ausgeschieden werden, die den Körper nicht mehr belasten können. Stopfende Medikamente, wie Imodium akut, verhindern das, obwohl es auch mein bevorzugtes Mittel ist, wenn es schon mal passiert ist.



Am Besten hilft jedoch vorbeugen:
  • In warmen Ländern wenig oder nie rohes Obst oder Gemüse essen!. Da selbst das Wasser oft schon mit Keimen belastet ist, wird selbst gewaschenes Obst und Gemüse zur Gefahr.
  • Selbst bei Früchten wie Wassermelonen kann man nie sicher sein, weil sie oft mit "Wasser aufgespritzt werden", damit die Früchte schwerer sind. Die Gefahr lauert besonders auf großen Märkten.
  • Am Besten immer nur industriell abgepacktes Eis essen, obwohl auch dort Gefahr besteht, wenn die Kühlkette unterbrochen war.
  • Wasser immer abkochen oder aus industriell abgefüllten Flaschen trinken. Gilt auch für das Wasser beim Zähne putzen.

Tierbisse

Wichtigster Grundsatz: Durch richtiges Verhalten überhaupt, wie Schlangenbiss, Bissattacken vermeiden:

  • Einheimische fragen, wo die Gefahr bestehen und wie hoch sie ist. Gefahrengebiete eben meiden.
  • Auch hier gilt festes Schuhwerk anziehen. Wer gar im Unterholz unterwegs ist sollte sogar hohe Schnürschuhe oder noch besser Stiefel anziehen.
  • Wenn Sie nicht gerade zur Tierbeobachtung unterwegs nie leise durchs Unterholz pirschen, denn selbst Raubtiere flüchten eher.
Wenn es dann trotzdem passiert ist, gilt:
  • Oberstes Gebot: Ruhe bewahren. Keine Hektik.
  • Bissopfer in Ruhelage bringen, damit Kreislauf auf Sparflamme läuft. Das trifft erst recht auf den gebissenen Körperteil zu.
  • Bisswunde mit Seifenwasser einige Minuten lang gründlich auswaschen. Wenn vorhanden möglichst mit hochprozentigem Alkohol (gut sind 70%) oder mit Jodtinktur oder ähnlichen antiseptischen Mitteln nach waschen. Wunde keimarm abdecken.
  • Wenn vorhanden, möglichst mit Telefon oder Handy Hilfe holen. Wenn nicht vorhanden, dann mit Bissopfer schnell zu einem Arzt. In Risikogebieten (Tollwut) sollte man sich über Rettungsmöglichkeiten vorher informieren.
  • Vom Ausbrennen und vom Aussaugen der Bisswunde wird eigentlich von allen Experten, wie bei Schlangenbissen, abgeraten.

Höhenkrankheiten

Wer zum Trecking in die USA fährt, kann in den Höhenlagen über 2.500 m (z.B. Rocky Mountains oder Sierra Nevada) durchaus mit der Höhenkrankheit konfrontiert werden. Aber auch wer solche Nationalparks, wie den Yosemite Nationalpark über den Tioga-Pass (3.031 m) anfährt, kann selbst mit dem Auto konfrontiert werden, wenn man wegen der schönen Aussicht einen längeren Spaziergang macht.
Mehr Infos zu Höhenkrankheit. Klick Hier!

Organentnahme

In den USA gilt die so genannte erweiterte Zustimmungslösung. Bei Vorliegen eines "Organspendeausweises" können Körperteile entnommen werden. Aber auch Angehörige können einer Entnahme von Organen zustimmen, wenn kein Spendeausweis vorliegt. Haben Spender(innen) oder die Angehörigen keine Einschränkungen vorgenommen, können auch mehrere Organe entnommen werden.

Warnung:
Sie finden die gelben Armbändchen zurzeit sehr schick? Höchste Vorsicht! Wenn meine Informationen stimmen, dann sind diese gelben Bändchen am Handgelenk getragen in den USA ein Zeichen, dass man nach Unfällen usw. nicht reanimiert (wiederbelebt) werden möchte. Dieses schicke Bändchen könnte für Sie tödlich sein!



Zurück Zum Seitenanfang
 


TravelScout24 - Partnerschaft, die sich rechnet